„Interkulturelle Mediation in der Grenzregion“
„Interkulturelle Mediation in der Grenzregion“
Sprach und kulturwissenschaftliche Analysen triadischer Interaktionsformen im interkulturellen Kontext.
Dominic Busch (Hrsg.)
Peter Lang – europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2006
ISBN: 3-631-55118-5
Was macht eine Grenze zu einer Trennlinie? Und was reizt, hindert, hilft Menschen, diese Trennlinie zu überschreiten? Dominic Busch hat für das vorliegende Buch eine beachtlich vielfältige Sammlung von Forschungsergebnissen und Erfahrungsberichten zusammengetragen. Die Beiträge erstrecken sich quer durch sprach- und kulturwissenschaftliche Felder über Interventionserfahrungen in Konfliktherden an Grenzgebieten bis hin zu historischen Dimensionen von Grenzkonflikten.
Der Herausgeber startet mit einem profunden Einblick in den Stand der interkulturellen Kommunikation und Grenzforschung. Dabei beleuchtet er eine Vielfalt von Aspekten und beobachteten Phänomenen des Grenzbegriffes. Es folgt ein buntes Spektrum an Analysen und Beschreibungskonzepten grenzüberschreitender Interaktionen wie beispielsweise die Ergebnisse einer Studie über Beziehungen in drei Grenzregionen Ungarns. Oder Erfahrungen aus einer ethnologischen Feldstudie in zwei deutsch-polnischen Klein und Mittelbetriebe, die besonders spannende Einblicke in die Selbst- und Fremdwahrnehmung eröffnen. Für die Mediationspraxis sehr wertvoll sind jene Beiträge, die sich mit Formen von grenzüberschreitenden Mediationsprojekten beschäftigt.
Insgesamt bietet das Buch eine spannende, sensibilisierende Lektüre auf allen Ebenen – von theoretischen Konzepten bis hin zu praktischen Methoden der Mediation. Dominic Buschs Studien zur interkulturellen Mediation sind bereits mit dem Mediations-Wissenschaftspreis der Centrale für Mediation Köln ausgezeichnet worden.
Aus Mediation aktuell 2/06 - Rezensentin: Mag.Gertraud Hinterseer, Soziologin, eingetragene Mediatorin
