HOME  »  Veranstaltung Peer-Mediation - Chancen für junge Menschen

Streitkultur erlernen - aber wann?

Am 23. November 2011 fand im Kremser Schulzentrum eine überaus gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Peer-Mediation – Chancen für junge Menschen“ statt.
Helga Kamenicky eröffnete den Abend mit einem Praxisbericht und einer Präsentation. Anschließend diskutierten die Landesschulinspektorin Maria Handl-Stelzhammer, Bezirksschulinspektor Gerhard Fischer, die Leiterin der ASO-Krems Dorrit Stigbrunner, Christian Rametsteiner (Personalvertreter der Landeslehrer) und Peer-Mediationsexpertin Mag.a Christine Haberlehner sowie die Referentin über das
Thema. Der ÖBM-Bundesssprecherstellvertreter Ferdinand Kamenicky moderierte
den interessanten Abend.

A.S.O. : Alle sind O.K. – Allen Schülern offen begegnen.
Unter diesem Motto stand der Praxisbericht von Helga Kamenicky, die als Sonderpädagogin an der Allgemeinen Sonderschule (ASO) in Krems sowie als Mediatorin tätig ist. So startete im Schuljahr 2010/11 an der ASO Krems erfolgreich ein Projekt zum Thema Peer- Mediation: Konflikte sind in manchen Klassenmodellen bestimmend und das primäre Ziel ist ein gewaltfreier Umgang damit, Dem entsprechend haben die SchülerInnen der entsprechenden Klasse die Werkzeuge der Mediation kennengelernt – unter Anleitung der Klassenlehrerin wurden dabei Konflikte bearbeitet und gelöst, außerdem erfuhren die Jugendlichen von der Möglichkeit der Peer-Ausbildung (oder Streitschlichter-Ausbildung). Die Jugendlichen lernen, mit gewaltfreier Kommunikation Konflikte zu lösen – übrigens auch vor dem Hintergrund, einmal ihren eigenen Kindern andere Möglichkeiten und Chancen im Umgang mit Konflikten beizubringen.

Der richtige Zeitpunkt

Neben dem Bericht über das ASOKrems- Projekt zum Thema Peer-Mediation stand dann vor allem die Frage im Mittelpunkt, wann denn der richtige Zeitpunkt sei, um etwas über Konfliktkultur zu lernen. Häufig werden Peer-Ausbildungen nämlich zwar in der Oberstufe angeboten bzw. durchgeführt, mitunter wird auch noch im
Hauptschulbereich bzw. in der AHSUnterstufe an Konfliktlösungsmodellen gearbeitet. Selten ist das jedoch in der Grundschule der Fall. Anhand von drei Szenarien, bei denen Peer-Mediation jeweils im Ober-, Unterstufen und Grundschulbereich angewandt wurde, leitet Helga Kamenicky auf die zentrale Frage des Abends über.

Eine Kulturtechnik?


In der Schule wird die Wichtigkeit der Kulturtechniken (Lesen, Schreiben,
Rechnen) stets betont, doch zählt nicht auch die Streitkultur zu den Kulturtechniken?
Schließlich wird jeder Mensch im Laufe seines Lebens – sei es in der Familie, in der Schule, im Alltag, während des Studiums und im Beruf – immer wieder mit Konflikten konfrontiert. Wo lernt man allerdings einen passenden Umgang damit und wann ist
der ideale Zeitpunkt dafür? Die Schule würde das passende Umfeld dazu bieten,
doch darf die Verantwortung dafür nicht alleine den LehrerInnen aufgebürdet
werden, auch Tagesmütter, KindergartenpädagogInnen und HorterzieherInnen
sind gefordert, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen – und nicht zuletzt natürlich ebenso die Eltern!

Es ist daher ein Anliegen, Menschen auf breiter Ebene für eine gute Streit- und
Konfliktkultur zu sensibilisieren. In der Regel sind Konflikte nämlich negativ behaftet, doch durch einen passenden Umgang können sie befruchtend sein und alle Beteiligten weiterbringen. In diesem Sinne: Konfliktkultur für alle – und zwar so früh wie möglich!

Im Mitgliederbereich haben Sie die Möglichkeit die Präsentation zum Downloaden.

Autorin: Helga Kamenicky
Landessprecher Stellvertreterin Niederösterreich
T: +43 676 55 19 188
eMail: helga.kamenicky@oebm.at